Überall in der Mobilfunkbranche werden Verträge mit mobilem Internet angeboten. Die Werbungen versprechen wie immer beste Qualität. Doch was ist wirklich dran, an dem Wunder vom schnellen mobilen Internet?

Um diese Frage zu beantworten haben „NDR Info“ und die „Süddeutsche Zeitung“ 65.000 Messungen durchgeführt. Was bei dem Geschwindigkeitstest herauskam erfahren sie im folgenden Artikel:

Tatsächlich war das Ergebnis der Messungen nicht gerade lobenswert. Tatsache ist, dass die Werbung - wie so oft - mehr verspricht als sie halten kann und die Smartphone-Nutzer mit einer deutlich geringeren Übertragungsrate beim mobilen Internet auskommen müssen als Sie sich bei Vertragsabschluss erhofft hatten.

 

Doch bei den Messungen waren nicht alle Anbieter gleich schlecht.

Die Telekom hat es auch in diesem Vergleich wieder auf dem ersten Platz.

Den Messungen zufolge erreicht das mobile Internet der Telekom eine durchschnittliche Geschwindigkeit von etwa 7,8 Megabit pro Sekunde.

Das hört sich nicht schlecht an. Ist es auch nicht, aber eben auch nicht das, was die Werbung verspricht.

 

Den zweiten Platz erhält Congstar. Dazu muss man hinzufügen, dass Congstar ein Tochterkonzern der Telekom ist und somit auch die Silbermedaille in der Familie bleibt.

Auf den dritten Platz landet dann erstmals ein Konzern, der mit der Telekom konkurriert. Vodafone schaffte es, vor E-Plus und O2 zu laden.

 

 

Auf den letzten Platz landete Medion Mobile.

Den Messungen zufolge muss jeder zweite Nutzer sich mit 40% der versprochenen Datenübertragungsrate zufrieden geben. Michael Wolf von der Stiftung Warentest bestätigt die in der Studie veröffentlichten Ergebnisse. Er warnt davor, die maximalen Downloadraten, mit denen geworben wird zu wörtlich zu nehmen. Vor allem im LTE-Netz werden mit den Maximalgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde geworben. Dass dieser Maximalwert in der Praxis kaum erreichbar ist, wird hierbei verschwiegen.

 

 

Doch woran liegt das?

Es liegt an der Netzabdeckung in Deutschland, die schlechter ist als man denkt.

Dadurch nutzen nur 20 Prozent der Tester die schnelle LTE-Technologie. Die meisten anderen Nutzer surfen im 3 G- Netz, was dem UMTS-Standard entspricht. Auf dem Land nutzen 30 Prozent der Tester sogar noch 2 G- Geschwindigkeit.

 

Nach Angaben der Europäischen Kommission müssten es 80 Prozent der Deutschen sein, die das LTE-Netz nutzen.

 

Doch die Schuld für langsameres mobiles Internet lässt sich nicht nur auf die Netzabdeckung schieben. Auch die Smartphones selbst sind Ursache für das langsamere Surfen. Das liegt daran, dass es viele Smartphones gibt, die die hohen Bandbreiten noch gar nicht unterstützen, klärt Christoph Sudhues, Leiter der Studie, auf.

 

Er kritisiert, dass der Kunde, der sich für einen Vertrag mit LTE entscheidet, hierhin gehend oft nicht ausreichend beraten wird. Es müsse ausdrücklich darauf hingewiesen werden, wenn das Smartphone des Kunden diese Bandbreite gar nicht unterstützt.

 

Bei all den Kritiken stellt sich der Kunde schnell die Frage, was er selbst nun fordern darf. Nick Kriegeskotte vom Branchenverband Bitkom hält fest, dass man davon ausgehen kann, dass beim mobilen Internet eine Geschwindigkeit von fünf bis 20 Megabit pro Sekunde erreicht werden sollten.

 

Ist dies nicht der Fall, sollten Sie den Vertrag wechseln.

 

Außerdem wichtig zu erfahren, ist dass die Internetgeschwindigkeit auch von Standort zu Standort anders ausfällt. So lohnt sich ein LTE-Tarif in Hamburg, einer Stadt mit besseren Netzausbau, mehr als der gleiche Vertrag an der Küste. Hier können Sie durch günstigere Tarife gleiche Geschwindigkeiten erreichen, da sie das LTE-Netz sowieso nicht nutzen können.

 

Vor einem Vertragsabschluss sollten sich die Verbraucher also beim Anbieter informieren, welche Technologie in ihrer Region verbreitet ist und wenn es zu einem LTE-Tarifabschluss kommt, sollten sich Verbraucher außerdem nochmal informieren, ob ihr aktuelles Smartphone diese Bandbreiten unterstützt. Ist dies nicht der Fall können dann nämlich mit dem Anbieter Gespräche geführt werden, ob es den gewünschten Vertrag auch mit einem passenden Smartphone gibt.

 

Referenz: Tagesschau